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Rovereto: Die Stadt des Friedens

Rovereto: Die Stadt des Friedens

Als zweitgrößte Stadt des Trentino steht Rovereto meist im Schatten von Trient. Zu Unrecht, wie wir finden

Rovereto ist nicht nur kleiner als Trient, es ist auch ruhiger, allerdings kaum weniger sehenswert. Schließlich hat hier die Geschichte Spuren hinterlassen: habsburgische genauso wie venezianische.

Weil Rovereto nicht allzu groß ist, kann man die Stadt am besten zu Fuß entdecken. Es ist ein Spaziergang, der im Stadtzentrum beginnt und vorbeiführt an Palästen, Bürgerhäusern und beeindruckenden Piazze. Und es ist ein Spaziergang durch die Geschichte.
Die Mauern von Castelbanco etwa erlauben einen Blick zurück bis ins Mittelalter, die Casa del Podestà erinnert an die venezianische Vergangenheit der Stadt und die Paläste am Corso Bettini zeigen, welcher Reichtum Rovereto im 18. Jahrhundert geprägt hat.

Rovereto erinnert sich aber nicht nur an die glorreichen Zeiten der Stadtgeschichte, sondern auch an die blutigen. Der Erste Weltkrieg und die Erinnerung an ihn wird hier etwa im Kriegsmuseum (Museo della guerra) wachgehalten, der Soldatenfriedhof in Casteldante erinnert an die zahllosen Opfer, die der Krieg an den unterschiedlichen Fronten – auch an jener vor der Haustür – gefordert hat. Und da ist auch noch die Gefallenenglocke (Campana dei Caduti), in der das Metall von Kanonen aller am Krieg beteiligten Nationen zusammengeflossen ist, um etwas Neues, Friedliches, Mahnendes zu schaffen. Abend für Abend läutet die Glocke hundert Mal. Sie ist das Symbol Roveretos als Stadt des Friedens.

Rovereto ist allerdings nicht in der Vergangenheit steckengeblieben. Vielmehr hat man mit dem Museum für zeitgenössische Kunst MART einen Anlaufpunkt für Kunstbegeisterte aus aller Welt geschaffen. Ein Besuch lohnt sich allemal.

Das MART ist allerdings nicht nur Museum, sondern auch Location zahlreicher Kulturevents in der Stadt: Tanzfestivals, Theater, Musik und Kino beleben das moderne Gebäude und mit ihm die ganze Stadt.